INITIATIVE JUSTIZZENTRUMERHALTEN/ ABBRECHENABBRECHEN
(Nominiert für Architektur)
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VerhandelBar
© Foto: Christian Illing
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Polar Bears in front of justice center
© Foto: Jakob Bahret
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© Foto: Sabrina Witzlau

"ABBRECHENABBRECHEN ist ein Aufruf zu einem neuen Umgang mit Bestand: Mit der Zielsetzung der sozial- und klimagerechten Stadt haben wir uns selbst beauftragt, aus dem akutem Bedarf heraus zu handeln. Die gemeinwohlorientierte Entwicklung des ehemaligen Strafjustizzentrums in München ist dabei Ausgangspunkt unserer Arbeit.
Wir verstehen bestehende Gebäude als gemeinsame Ressource und setzen uns für eine Bauwende ein, die über reinen Bestandserhalt hinausgeht, die neue Formen der Kooperation statt Konkurrenz und gemeinschaftliche Prozesse statt Egotrips ermöglicht. An der Schnittstelle von Architektur, Kunst und Aktivismus gestalten wir Interventionen und diskursive Formate, um Fragen von Leerstand, Spekulation, Abriss und Bestandserhalt öffentlich zu verhandeln."

Seit 2022 setzt sich die Initiative JustizzentrumErhalten unter dem Slogan “Abbrechen Abbrechen” für den Erhalt und die gemeinwohlorientierte Entwicklung des ehemaligen Strafjustizzentrums in der Nymphenburger Straße ein. Der Betonriese aus den 1970ern ist für sie ein Modellprojekt, anhand dessen Stadtentwicklung im Bestand mit der gebührenden Komplexität verhandelt werden kann: dabei geht es nicht nur um graue Energie, einen Baustil oder die Geschichte des Ortes, sondern auch darum, wie in München durch das Zusammenspiel von öffentlicher Hand und Stadtbewohner:innen dauerhaft Räume für das Gemeinwohl entstehen könnten. Die Initiative versteht sich als offene Gruppe größtenteils junger Menschen mit Fachkompetenzen aus den Bereichen Architektur und Stadtentwicklung und darüber hinaus. Nach der Veröffentlichung des ersten Positionspapiers im Februar 2023 verhandelt sie ihre Themen immer wieder künstlerisch-aktivistisch mit der Öffentlichkeit: sie hat ein Musikvideo gedreht, Ausstellungen kuratiert, Bürger:innen beteiligt, als Eisbär:innen getanzt, die VerhandelBar betrieben, im Bus aus den 1950ern Stadträt:innen mit unnötigen Abrissschicksalen bekannt gemacht, verschiedenste Workshops organisiert, Kartierungsspaziergänge durchgeführt, ein Netzwerk aufgebaut, Theater gespielt, mit Politiker:innen gesprochen, und vieles mehr. Momentan arbeitet die Initiative gemeinsam mit weiteren Akteur:innen an einem Konzept zur Pioniernutzung des Gebäudes als Startpunkt einer langfristigen Entwicklung hin zu einem offenen Haus sowie der Gründung einer gemeinwohlorientierten Entwicklungsgesellschaft.

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