ARCHTEKT*INNEN
Preisträger*innen Architektur
eipert winter Architekt*innen begreifen Architektur und das Bauen als kontinuierlichen Prozess, der durch immer neue und teils widersprüchliche Bedürfnisse ein fortlaufendes Reagieren und Korrigieren erfordert. Ihre Projekte sind von ihrer frühen Berufserfahrung in Belgien geprägt und zeichnen sich durch einen unkonventionellen Umgang mit dem Bestand aus. Sie vertrauen radikal auf das Bestehende – nicht nur auf das Gebaute, sondern auch auf die Menschen, die schon da sind und die über Generationen gewachsene Natur. In ihrer Arbeit verfolgen sie eine empathische Herangehensweise, sowohl mit der Bausubstanz, als auch im Dialog mit allen am Projekt beteiligten Akteuren. In einem nachhaltigen Entwurfsansatz steht für sie die soziokulturelle Komponente, die durch keinen technischen Wert messbar ist, im Vordergrund. Denn je mehr wir uns mit einem Ort identifizieren, ihn also als harmonisch empfinden, desto höher die Akzeptanz und der emotionale Wert.
eipert winter Architekt*innen wurde 2018 von Serafina Eipert und Wolfram Winter gegründet. Sie studierten Architektur an der TU München; Serafina Eipert zusätzlich an der Ensa Paris-Est und Wolfram Winter an der Universidad Católica in Santiago de Chile. Ihre Zusammenarbeit begann bereits 2015 parallel zu ihrer Mitarbeit bei den belgischen Büros noAarchitecten und Bovenbouw Architectuur. Neben der Praxis ist Serafina Eipert in der Lehre und Wissenschaft tätig, zuletzt als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der ETH Zürich (2019-2022) und seit 2024 an der TU München.
JURYBEGRÜNDUNG
für Serafina Eipert und Wolfram Winter / eipert winter Architekt*innen
Serafina Eipert und Wolfram Winter / eipert winter Architekt*innen übersetzen die drängenden Themen unserer Zeit auf beispielhafte Weise in gebaute Wirklichkeit. Mit großem Einfühlungsvermögen und wenigen, präzisen Eingriffen machen sie den Umbau zur primären Bauaufgabe. Dabei verstehen sie Experiment und Forschung als Teil der praktischen Arbeit und zeigen, wie aus günstigen, handelsüblichen Materialien eine neue Wertigkeit entstehen kann. Bemerkenswert ist zudem, mit welcher Konsequenz sie ihre Projekte bis ins Detail der Umsetzung begleiten.